Geld allein macht nicht unglücklich (Peter Falk)

Der clevere Lebenskünstler


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Prima Verdienste - Jetzt und in Zukunft

Vor einiger Zeit beklagte der Sozialverband VdK, daß niedrige Löhne am Ende auch zu niedrigen Renten führten. Was hat man denn dort für Vorstellungen? Wo sollen denn die vielen Armen herkommen, die durch ihre Billiglöhne dafür sorgen, daß sich die Manager die hohen Boni auszahlen können? Nicht umsonst sind Neo- und andere Liberale der Auffassung, daß sich Raffgier stets zu lohnen habe. Oder warum stemmte sich die FDP so vehement gegen die Enteignung von Pleite-Banken?

Schließlich ist der Weg zu großem Reichtum für viele auch ein reichlich steiniger. So mußte in einer Sendung des Schweizer Fernsehens ein Finanzberater der USB auf die Frage, ob er wisse, wie man reich wird, eingestehen: "Wenn ich das wüßte, ginge ich nicht jeden Morgen um sieben Uhr hier in die Bank und säße den Tag über an meinem Schreibtisch." Auch im Finanzwesen gilt, was allgemein gilt: Das Glück ist ein Rindvieh und sucht Seinesgleichen. Denn es gibt keine Finanzexperten, sondern nur Menschen, die klug genug sind, die Finger von Dingen zu lassen, die nicht gutgehen können. Oder die Finger rechtzeitig zurückzuziehen.

So wie jene Manager von Hedgefonds, die es im Vorkrisen-Jahr 2008 geschafft haben, daß sich der Inhalt ihrer Konten bis um 2,5 Mrd. Dollar vergrößerte. Es gibt also doch Menschen, die von der "Krise" nicht "überrascht" wurden, sondern sehr wohl wußten, was kommt und davon profitierten. Für sie galt die alte Weisheit: Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer. Nämlich der, der den Schrott rechtzeitig an die Dummen entsorgt hat.

Schließlich bietet jede Krise auch Chancen, und die Krise des Kapitalsmus macht da keine Ausnahme. Die letzte wird es ohnehin nicht gewesen sein. Solange Menschen von Gier getrieben werden – und freiwillig nicht darauf verzichten – wird es immer wieder diese Zusammenbrüche geben. Schon Konrad Adenauer prägte den Satz: "Man muß die Menschen nehmen, wie man sie vorfindet. Es gibt keine anderen." Und Politiker sollten sich daran erinnern, daß sie gewählt wurden, um rechtzeitig und richtig zu handeln. Jammern und jaulen kann das Volk selber, es braucht keine Vorjauler.

Kommen wir nun zu den Chancen, die jeder einzelne heutzutage hat. Schon lange heißt es, jeder Berufstätige müsse im Laufe seines Lebens mehrmals den Beruf wechseln, denn was er gestern erlernt habe, gelte schon heute und erst recht in Zukunft nicht mehr. Da ist doch so eine schöne Wirtschaftskrise für echte kapitalistische Unternehmer das Gleiche wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag: Geburt, Kreuzigung und Wiederauferstehung.

Denn dies ist die eigentliche Bedeutung eines mehrmaligen Berufswechsels im Leben: Generation Praktikum lebenslang – und immer schön zum Anfängergehalt und möglichst nur als Teilzeitbeschäftigung. Ab und zu eine schöne Krise, damit der Boss die Belegschaft wieder ausdünnen kann. Da jubelt der Shareholder-Value. Propagiert von Schreiberlingen und Pseudo-Wissenschaftlern, der Koalition der Willfährigen. Aber auch das akademische Umfeld ändert sich rasant. Während Taxifahren früher lediglich der wichtigste Teil der akademischen Ausbildung war, ist es heute bereits die Endstation. Hundt san’s schon - unsere Unternehmer.

Sie benötigen also eine völlig anders geartete Strategie. Und die muß Sie zuerst aus der Lohnknechtschaft zu einem freien, eigenverantwortetem Leben führen. Anstatt hektisch bei jeder Windänderung den Beruf zu wechseln, müssen Sie auf das aufbauen, was Sie gelernt haben, was Sie können oder was Sie schon immer machen wollten. Damit dies gelingen kann, benötigen Sie die richtigen Informationen.

Diese finden Sie nicht bei BILD oder RTL, die werden Sie auch dort nicht finden, wo Ihnen Geschäftsideen in allen Einzelheiten präsentiert werden. Weil sich viele auf diese Ideen stürzen und sie umsetzen wollen, funktionieren diese Ideen nach dem Fliegenprinzip: Millionen Fliegen können nicht irren. Und wenn der Winter kommt, dann sterben wieder alle. Bis zur nächsten Idee im nächsten Jahr.

Für das viel propagierte Multi-Level-Marketing gilt ähnliches. Betrachten wir den prognostizierbaren Weg eines neuen Produktes, das im MLM den großen Reibach bringen soll. Er sieht so aus: MLM – Versandhandel – Einzelhandel – Supermarkt – Aldi. Wobei sich zwingend ergibt, daß ein Produkt, das bereits beim Aldi gelandet ist, sowieso nicht mehr für MLM geeignet ist. Vor Jahren ätzte ich einmal in einem Artikel, es käme noch so weit, daß auch Klopapier im MLM gehandelt würde. Kurze Zeit darauf war es das wirklich, weil jemand meinen Artikel als Anregung aufgefaßt hatte. Jedoch nicht sehr lange – es war eben im Wortsinne ein beschissenes Produkt für MLM.

Meistens steht am Beginn eines erfolgreichen Unternehmens oder einer erfolgreichen freien Tätigkeit eine simple Idee. Ein Beispiel: Vor 30 Jahren entdeckte Susanne Schöning, Hausfrau und Mutter, ein gähnendes Loch in ihrer Haushaltskasse. Wenn Schmalhans Küchenmeister wird, entdeckt man die Kochkünste der Ahnen. Ein gutes Schmalzbrot gehört dazu. Ein Brot mit Zwiebelschmalz. Oder ein Brot mit vegetarischem Zwiebelschmelz. Bald mußte zur Herstellung ein größerer Topf angeschafft werden, denn Freunde und auch die ersten Bioläden entdeckten den vegetarischen Zwiebelschmelz als leckere Alterenative. Heute sorgen mehr als 50 Mitarbeiter für über 80 verschiedene Sorten Brotaufstriche, Senfspezialitäten, Tomatensaucen und Fruchtaufstriche der Firma Zwergenwiese. Was zeigt: Auch Zwerge werfen Schatten.

Susanne Schöning hatte ihre Zielgruppe entdeckt: Die Lohas. Das Modewort steht für "Lifestyle of Health and Sustainability" oder auf deutsch "Müslis de Luxe", Konsumenten, die beim Kauf auf Gesundheit und Nachhaltigkeit achten. Schadstofffreie Textilien kaufen. Nicht jede Pille einwerfen, die der Onkel Doktor schnell mal verschreibt, damit Sie wieder die Praxis verlassen, er will ja schließlich Geld verdienen. Die also alternative Therapien nutzen. Oder Gemüse im eigenen Kleingarten ziehen. Oder, oder, oder.

Die entsprechenden Informationen finden Sie leider nicht in der überall ausliegenden Mainstream-Presse. Aber mit Sicherheit in Zeitschriften, die nicht von Kreti und Pleti gekauft werden, die aber darauf warten, von Ihnen entdeckt und genutzt zu werden. Wie zum Beispiel: Kraut&Rüben, Schrot&Korn, Zeitgeist, Matrix 3000, Info3 (Zeitschrift für Spiritualität), Hagia Chora (Zeitschrift für Geomantie), KursKontakte eurotopia (Wie wir morgen leben wollen), Spuren (Magazin für neues Bewußtsein), Kent-Depesche, Nexus Magazin, Visionen, Bio, Gralswelt, Fliege, "Rentner-Bravo", um Ihnen einen kleinen Eindruck zu geben.

Nun noch einige Anregungen, welche Tätigkeiten sich schon heute ergeben haben. Tätigkeiten, die noch eine große Zukunft vor sich haben, da sie wichtige menschliche Bedürfnisse abdecken und dabei berücksichtigen, daß wo das Uniforme überhand nimmt, stets auch das Individuelle wächst. Und ein Mensch, der sich in der Zukunft bewähren will, wird ein individueller, nicht austauschbarer Mensch sein müssen. Alles andere wird die Hammelherde sein. Einer hinter dem anderen. Ohne zu bemerken: Wer in der Herde läuft, kann nur den Ärschen folgen. Und dazu bellen die Hunde und treiben an.

Für diejenigen Berufe, die in Zukunft, gerade im Hinblick auf die verunglückte Gesundheitsreform (Reformen in Deutschland glücken nie sondern verschliemmern alles nur noch weiter), immer wichtiger werden, gehören alle therapeutischen Angebote, für die Sie lediglich die Zeit und das Geld aufwenden müssen, um sie zu erlernen. Für die Einrichtung Ihrer Praxis kommen Sie dann mit Minimalbeträgen aus. Denken Sie dabei einmal an Reiki, Dorn-Therapie, Familienstellen, alle Arten und Abarten von Yoga, Ayurveda, Wellness und was alles auf dem Gebiet von Gesundheit und Spiritualität läuft, ohne daß Sie damit zum Scharlatan oder zum Eso-Deppen werden.

Auch die Sängerin Juliane Werding sagte sich im Sommer 2009: "Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst, ein Mädchen kann das nicht", frischte Ihre Heilpraktiker-Kenntnisse wieder auf und eröffnete in Starnberg Ihre Praxis. Schließlich muß man das Leben eben nehmen, wie das Leben eben ist. Und lieber eine ordentliche Heilpraktikerin als eine freischwebende Künstlerin, die heutzutage ständig auf Tournee und Achse sein muß, nachdem der CD-Verkauf dramatisch zurückgeht. Ohnehin ist Oberbayern – entgegen anderer Auffassung – eine gute Eso-Ecke. Schließlich ist die Gegend altes keltisches Siedlungsgebiet, und wer sich etwas damit beschäftigt hat, findet leicht die alten keltischen Kraftorte.

Wenn Sie sich allerdings eher als Baumkuschler verstehen (neu für Naturfreund aber nicht verwechseln mit Waldapotheker = Drogendealer) wird Ihr Trend zu allem gehen, was sich im weitesten Sinne mit Natur und Ernährung oder Kosmetik zu tun hat, als da wären Baubiologie, Kräuter, Säfte, Naturprodukte etc. Diese lassen sich jetzt nicht nur gut auf Wochenmärkten an den Mann oder die Frau bringen sondern Sie benutzen ebenfalls neue Webseiten wie "Landecht", die einen Marktplatz für alle kleinen Anbieter darstellen, die so Ihre Produkte absetzen können.

Ein weiteres konkurrenzfreies Gebiet eröffnet sich Ihnen, wenn Sie sich vergessenen Handwerken zuwenden oder sich selbst als Handwerker alter Techniken erinnern – die längst in Vergessenheit gerieten – oder Ihre Handwerkskünste für Innovationen einsetzen. Zum Beispiel als Kunstschmied, der Solarlampen für Sommer und Winter aus Edelstahl und Bronze herstellt. Oder Sie werden Designer/in für Mode und Accessoires, entwerfen Kleider oder Handtaschen oder Schmuck. Was auf diesem Gebiet mittlerweile alles läuft, sehen Sie am besten, wenn Sie einmal die Hauptstadt des inzwischen wiedererstandenen Deutschen Reiches besuchen, vulgo mal durch Berlin pilgern, dort wo es am berlinischsten ist, also Kreuzberg oder Prenzlauer Berg.

Natürlich können Sie sich jederzeit auch hier im Netz umsehen, wobei Ihnen Google gern behilflich ist. Denken Sie dabei aber immer daran, daß es sich dabei um Angebote handelt, die man Ihnen "anbietet" oder mit anderen Worten, Sie sind der Dumme der arbeitet, während der andere verdient. Sie bleiben abhängig und können sich keine individuelle Nische schaffen, in der Ihnen niemand in die Quere kommt.

Und Vorsicht: Bei besonders "tollen Angeboten" unbedingt Gehirn einschalten und sich fragen, warum ausgerechnet Sie dieses absolut todsichere Geschäft machen sollen, obwohl es der Anbieter doch selber könnte. Denken Sie weiterhin stets an die weisen Worte des "Finanzberaters" Günther Schild (aus dem Werbe-TV): "Rauf und runter, rauf und runter, rauf und runter. Seit über 100 Jahren sag‘ ich es schon: Es heißt deshalb schnelles Geld, weil es schnell wieder weg ist." 

Hier noch ein Tip, wenn Sie sich beruflich verändern wollen:
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